Unser Vorstand

Bsvpb Vorstand

Von links nach rechts: Christiane Siemensmeyer, Adrianus Ooms, Rüdiger Kühl, Kirsten Knaup, Melanie Kanschik, Regula Kinzler-Nickel, Thomas Ihmenkamp

Die Vorstandsmitglieder stellen sich vor:

Christiane Siemensmeyer (Beisitzerin/ Kassenwartin)
Mein Name ist Christiane Siemensmeyer. Meine beiden Söhne sind blind und wir sind Fans des SC Paderborn 07. Im Fußballstadion in Paderborn gibt es eine Audiobeschreibung für Blinde und Sehbehinderte. Dort haben wir Rüdiger Kühl kennen gelernt und so sind wir zum Blindenverein gekommen.
Adrianus Ooms (Beisitzer)
Mein Name ist Adrianus Ooms, genannt Addi. Ursprünglich komme ich aus Holland. Ich bin 2016 erblindet, als Komplikationen bei einer Operation auftraten, durch die mein Sehnerv beschädigt wurde. Seit 2017 bin ich im Verein Mitglied und seit einigen Jahren im Vorstand.
Rüdiger Kühl (Vorsitzender)
Als sehbehinderter Mensch habe ich mir schon seit meiner Jugend das Leben kreativ erschlossen und wie ein Steh-auf-Männchen erkämpft. Aufgeben ist auch als blinder Mensch keine Lösung. In dieser Haltung habe ich 2018 die Leitung des Paderborner Blinden- und Sehbehindertenvereins übernommen, mit dem Ziel der Inklusion sehbehinderter Menschen in unsere Gesellschaft. Als Blickpunkt-Auge-Berater nehme ich mir gerne Zeit für die Anliegen und Sorgen jener Menschen, die rund um das Thema Sehverlust oft vor scheinbar unüberwindbaren Problemen stehen.
Kirsten Knaup (Stellvertretende Vorsitzende)
Mein Name ist Kirsten Knaup. Ich habe die erblich bedingte Netzhauterkrankung Retinopathia pigmentosa. Die Diagnose bekam ich, als ich 20 Jahre alt war. Lange Zeit konnte ich noch gut sehen. Nach und nach verschlechterten sich jedoch meine Augen, so dass ich seit 2015 nur noch einen geringen Sehrest habe und als gesetzlich blind gelte. Ich liebe das Leben und meine Hobbys sind Kochen, Reisen, Sport, Tandem fahren und der Blinden- und Sehbehindertenverein. Dem BSV Paderborn bin ich 2015 beigetreten und sehr froh, diesen Verein gefunden zu haben.
Melanie Kanschik (Beisitzerin)
Mein Name ist Melanie Kanschik, geboren 1981. Ich bin sehende Assistenz im Blinden- und Sehbehindertenverein Paderborn und seit 2025 Mitglied des Vorstands. Ich freue mich sehr, hier so tolle Menschen kennenlernen zu können.
Regula Kinzler-Nickel (Beisitzerin/ Schriftführerin)
Mein Name ist Regula Kinzler-Nickel und ich bin im Jahr 1958 geboren. Durch eine frühkindliche Netzhautdegeneration, verbunden mit einer Rückbildung des Sehnervs, bin ich erblindet und kann daher seit meinem vierten Lebensjahr nur noch hell und dunkel unterscheiden. Meine Eltern haben sich daraufhin mit dem damaligen Blindenverein in Verbindung gesetzt und schon als Kind habe ich an vielen Treffen teilgenommen und dabei erlebt, wie unterschiedlich Menschen mit ihrem Handicap umgehen. Im Laufe meines Lebens wurde mir immer mehr bewusst, dass jeder Mensch Einschränkungen hat, gleichzeitig aber auch ganz individuelle Chancen und Möglichkeiten, die es sich lohnt herauszufinden.
Thomas Ihmenkamp (Beisitzer)
Mein Name ist Thomas Ihmenkamp. Ich bin seit meiner Jugend an Keratokonus (extreme Hornhautverkrümmung) erkrankt und habe noch einen geringen Sehrest. Gebürtig komme ich aus Paderborn und unterstütze den Vorstand seit 2025.

Geschichte

Anfang der 1820er-Jahre entwickelte der blinde Franzose Louis Braille in Paris die Blinden-Punktschrift, die sogenannte Brailleschrift. Die sehenden Blindenschullehrer in Frankreich wollten zuerst eine Reliefschrift durchsetzen, die sich an die Buchstaben der Sehenden anlehnte, nach dem Grundsatz: Die Minderheiten müssen sich der Mehrheit anpassen. Letztendlich konnte sich aber die Brailleschrift weltweit behaupten und ermöglichte den Blinden gezielte Bildung, zudem war sie eine wesentliche Voraussetzung für die spätere Organisation der Blindenselbsthilfe. So bildeten sich Ende des 19. Jahrhunderts immer häufiger Selbsthilfeorganisationen, die sich innerhalb ihrer Gemeinschaft um die Anliegen der Blinden kümmerten. Der erste bekannte Blindenverein wurde 1874 in Berlin gegründet.

In den Nachfolgejahren bildeten sich nach und nach Interessensgemeinschaften, und 1912 wurde der Reichsdeutsche Blindenverband (RBV) gegründet. Die katholische Ordensfrau Pauline von Mallinckrodt gründete 1847 in Paderborn die “Provinzial-Blindenanstalt”, die einen schulischen, einen Ausbildungs- und einen Werkstattbereich umfasste. Dadurch wurde das Interesse der Heimbewohner für einen eigenen, unabhängigen Blindenverein geweckt...

...so wurde am 1. Mai 1913 der Paderborner Blindenverein unter dem Namen ‚Eintracht‘ ins Leben gerufen. Von den acht Gründungsmitgliedern lebten sechs im Wohnheim der von Pauline Malinckrodt gegründeten Blindenanstalt. Waren es zur Zeit der Gründung nur acht Mitglieder, allesamt Männer, trat mit Anna Wiesing 1921 die erste Frau dem Verein bei. Ebenfalls im Jahr 1921 wurde in Soest ein überregionaler Blindenverein gegründet, dem sich ‚Eintracht‘ als untergeordnete Bezirksgruppe anschloss. Durch den Zusammenschluss war eine bessere organisatorische Arbeit und dadurch auch ein besseres Betreuungsangebot möglich.

Während der Machtausübung der Nationalsozialisten zwischen 1933 und 1945 ging die Vereinsarbeit spürbar zurück. Nachdem die Vereinsarbeit mit Ende des Krieges unter neuen Gesichtspunkten wieder aufgenommen wurde, war die Anzahl der Frauen deutlich höher als die der Männer. 1981 übernahm mit Anneliese Palmer die erste Frau den Vereinsvorsitz. Ihr lagen die Beratung und Betreuung von späterblindeten Menschen besonders am Herzen. 1991 wurde Konrad Schulte ihr Nachfolger, der bis zum Frühjahr 2018 mit seiner Frau Christa den Verein leitete. Viele heute noch bestehende regelmäßige Programmpunkte im Jahresverlauf wurden während seiner Amtszeit eingeführt. Hierzu gehören das auch heute noch monatlich stattfindende Kaffeetrinken mit abwechslungsreichem Programm, der monatliche Stammtisch sowie eine wöchentliche Sportstunde für Blinde und Sehbehinderte.

Im Laufe der Zeit bildeten die Sehbehinderten eine weitere Zielgruppe unseres Vereins und sie sind ein mindestens so großer Personenkreis wie die blinden Menschen. Daher hat der Verein im Jahr 1997 seinen Namen geändert und die Sehbehinderten mit in den Vereinsnamen aufgenommen. 2018 übernahm Rüdiger Kühl den Vorsitz des Vereins. Eines seiner Hauptanliegen ist, den Verein in der Gesellschaft präsent zu machen und sich der Zeit anzupassen. So hoffen wir, dass auch in Zukunft blinde und sehbehinderte Menschen sich in unserem Verein gleichermaßen wohlfühlen, sich gegenseitig Perspektiven aufzeigen, einander ermutigen und Tipps und Anregungen austauschen können.